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Zolli: Führung durch das Affenhaus und den Garten

Menschenaffen (Hominidae)

Menschenaffen stehen, wie es ihr Name sagt, dem Menschen sehr nahe, indem sie sich in nur ungefähr 3% der Gene von ihm unterscheiden. Sie verwenden Werkzeuge, haben Traditionen und können sich je nach Sozialisierung selbst als Menschen fühlen. Leider können wir ihre Gebärden und Sprache grösstenteils nicht verstehen. Durch die Zerstörung des Lebensraums und die Tötung und Verkauf als “Bush Meat” sind sie akut bedroht. Sobald Strassen in ihr Biotop gebaut werden ist der Weg für die Wilderer geöffnet. Die Mütter werden abgeschossen und deren Fleisch geräuchert, die Jungtiere an alle möglichen Käufer (Fotografen, Nachtclub-Betreiber, Touristen, etc.) verschachert. Heute werden Menschenaffen in der Regel, wie übrigens die allermeisten Zootiere, im Rahmen des EEP (Europäisches Austauschprogramm) erworben und nicht mehr aus der Wildnis entnommen.

Westlicher Flachland-Gorilla (Gorilla gorilla gorilla)
Die Gorillas sind hauptsächlich Vegetarier, gelegentlich verspeisen sie auch Ameisenpuppen und Vogeleier. Sie gelten als ruhig, im Gegensatz zu den Schimpansen; sie reagieren eher gelassen und irgendwie überlegt. Sie leben in Gruppen, die in der Regel von einem Silberrücken angeführt und gegen Eindringlinge von aussen verteidigt werden. Dieser Kampf ist allerdings gegen die modernen Waffen der Kriegsparteien und Wilderer aussichtslos.
Orang Utans (Pongo abelii)
Der Orang Utan (Waldmensch) ist ein Baumbewohner, der nur ungern den Boden betritt. Viel lieber turnt er von Ast zu Ast, wobei er zuerst deren Tragfähigkeit überprüft. Er dürfte die am meisten bedrohte Menschenaffenart sein, da sein Heimatbiotop, der Regenwald, zugunsten der offensichtlich rentablen Palmöl-Plantagen gefällt wird. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Orangs auch in den Plantagen leben könnten, doch sind sie dort nicht willkommen. In den letzten Jahren haben zudem noch ausgedehnte Waldbrände in ihren Biotopen gewütet.
Schimpansen (Pan troglodytes verus)
Die Schimpansen sind die einzige Menschenaffenart, die aktiv jagt, um zu Fleisch zu kommen. Die Männchen einer Gruppe treiben kleinere Verwandte, mit Vorliebe Colobus- oder Stummelaffen, auf Bäume, auf denen sie ihnen nicht mehr ausweichen können.
Nach der Tötung wird das Fleisch mit guten “Kollegen” geteilt und roh verzehrt. Solche Szenen wurden erstmals von Jane Goodall beobachtet und von Hugo von Lawick gefilmt. Schimpansen weisen ca. 97% gleiche Gene wie der Mensch auf.

Im Anschuss an den Besuch im Affenhaus können wir noch auf einen kleinen Rundgang im Garten gehen und uns allfällige Aktualitäten ansehen.

Dr. Jürg Völlm wird die Führung leiten. Er hat bei Roche in der Toxikologie und Tierhaltung gearbeitet und etwa 30 verschiedene Nationalparks weltweit besucht. Jürg Völlm war Tierarzt beim Zoo Basel und beim Tierpark Lange Erlen und macht Gutachten bei Wildtierhaltungen.

Das Affenhaus ist rollstuhlgängig und bietet während der Führung einige Sitzgelegenheiten.

Datum: Montag, 26. August 2019
Zeit: von 9.30 bis 11 Uhr
Treffpunkt: 9.15 Uhr Haupteingang des Zolli Basel, Binningerstrasse 30. Parkplätze sind rar, die Tramlinien 10 und 17, Haltestelle Zoo, halten vor dem Eingang
Maximal 30 Teilnehmer/innen
Kosten: pro Person CHF 5.— (wird vor dem Zolli-Eingang von einem PVR-Vorstandsmitglied einkassiert. Bitte abgezählt bereithalten. Der Anlass wird von der PVR subventioniert. Der Normalpreis beträgt CHF 19.--).

Anmeldung bis Dienstag, 23. Juli 2019